The Taxi Driver

Orignaltitel: 的士大佬 (Dishi Dalao)                 Deutscher Titel:
Herstellungsland/-jahr: Hongkong 1975      Premiere: 28.08.1975
Darsteller: David Chiang, Wang Chung, Lin Chen-Chi, Terry Liu, Shum Lo, Tung Lam, Wu Chi-Chin, Ko Ti-Hua, Norman Chu Siu-Keung
Crew: Ni Kuang (Drehbuch), Chin Shu-Mei (Drehbuch)
Regie:
Pao Hsueh-Li
Genre: Thriller
FSK/Altersempfehlung: ab 16

Pao Hsueh-Li dürfte international wohl am ehesten für seine Zusammenarbeit mit einem gewissen Chang Cheh bekannt sein, fungierte er doch bei bekannten Werken wie Boxer from Shantung (Der Boxer von Shantung), The Delightful Forest (König der Shaolin) oder The Water Margin (Die sieben Schläge des gelben Drachen) als dessen Co-Regisseur. Doch auch Paos Soloprojekte sind durchaus einen Blick wert, wie etwa das abgedrehte Fantasy-Spektakel The Battle Wizard (Das Blut der roten Python). The Taxi Driver schlägt jedoch eine andere Richtung ein. Der leichtfüßig erzählte Thriller um die Abenteuer eines Taxifahrers in der Großstadt ist fest in der damaligen Gegenwart verankert, mit dem ein Jahr später entstandenen Meisterwerk von Martin Scorsese hat der Film jedoch kaum etwas gemein.

Chen Guang (David Chiang) fährt Taxis in Hongkong. Zusammen mit seinem Freund und Kollegen To Fat (Wang Chung) erlebt der hilfsbereite Taxifahrer allerlei skurile Abenteuer. Eines Tages gerät er jedoch an die falschen Fahrgäste: seine verbrecherischen Nachbarn planen eine Bank zu überfallen und er soll ihr unfreiwilliger Fluchtwagenfahrer werden. Der Coup gelingt, Chen landet fälschlicherweise als Komplize auf der Fahndungsliste der Polizei. Nun liegt es an dem kampferprobten Taxifahrer die wahren Gangster zur Strecke zu bringen, hinter ihm stehen seine Freundin Lai-Ching (Lin Chen-Chi) und sämtliche Taxifahrer Hongkongs.

The Taxi Driver beginnt mit einem wilden Ritt durch Hongkong: nach einem mahnenden Text als Einleitung folgt der Zuschauer Chen Guang bei seiner täglichen Arbeit und gerät mit ihm in einige ziemlich haarstreubende Situationen. Hier zeigt sich der Film wohltuend kreativ, vielleicht nicht sonderlich anspruchsvoll oder spannend, aber jederzeit unterhaltsam. Als jedoch die Gangster in Spiel kommen verliert der Film zunehmend an Fahrt, zwar gibt es ein wenig Erotik, etwas Action und kleinere Gags, aber auch viele Dialoge. Zudem verlagert sich der Fokus von Chen Guang hin zu den Gangstern und ihrer Gangsterbraut. Bis zum eigentlichen Banküberfall passiert zu wenig um wirklich bei Laune zu halten, vieles wirkt einfach zu beliebig, danach zieht zwar die Spannung an, die Kreativität der ersten Minuten erreicht der Film jedoch nie mehr. Vielmehr wirkt der Film wie ein typischer Heistfilm jener Tage, allerdings wie einer der schwächeren. Der Banküberfall an sich ist hektisch und in gewisser Weise typisch 70er-Jahre-mäßig inszeniert, die anderen Actionszenen sind ganz ok, gegen Ende hin wird es sogar noch etwas blutiger.
Allgemein atmet der Film viel 70er-Jahre-Feeling: Kleidung, Frisuren, Musik, ja selbst der Stil von Kamera und Regie, wer nichts damit anzufangen weiß, ist hier falsch. Dem ganzen Film haftet ein leicht sleaziger, verruchter Charakter an, ohne jedoch vollends ins Exploitation-Genre abzudriften.
David Chiang spielt äußerst sympathisch, vielleicht ein wenig naiv aber immer souverän. Wang Chung, Lin Chen-Chi und die restlichen Darsteller sind ebenfalls überzeugend. Terry Liu ist als knallharte, sexy Gangsterbraut herrlich dreckig und relativ zeigefreudig.
Würde der Film nicht im zweiten Drittel zu einem belanglosen Gangsterflick verkommen, und die unterhaltsamen Einfälle der ersten Minuten weiter fortführen, wäre The Taxi Driver sicher einer der kreativsten Filme der Shaw Brothers geworden. So bleibt am Ende nur ein leidlich spannender Thriller mit gut aufgelegten Darstellern – immerhin etwas.

Die DVD: Deltamac/Celestial (Taiwan, Code 3, DVD9), ungeschnitten.
Bild: Das Bild bietet eine gute Schärfe und ausreichend Details, schnelle Schwenks weisen leichte Nachzieheffekte auf, dunkle Szenen wirken ein wenig weicher. Die Präsentation erfolgt im Originalformat 2,35:1.
Ton: Beide Synchronisationen (Kantonesisch und Mandarin, der Film wurde ohne Setton gedreht) liegen in Dolby Digital 2.0 vor und unterscheiden sich nur marginal. Sie sind gut verstänlich, gelegentlich leicht übersteuert. Erfreulicherweise wurden weder neue Geräusche noch Musik hinzugefügt.
Untertitel: Optionale Untertitel liegen in Englisch und traditionellem Chinesisch vor. Die englischen Untertitel sind einfach, verständlich und meist gut getimt, gelegentlich aber etwas zu schnell. Teilweise wurden Namen oder Ausrufe nicht übersetzt.
Extras: Einen Trailer zum Hauptfilm sucht man bei dieser Veröffentlichung vergebens, stattdessen umfasst die Trailershow anamorphe und untertitelte Trailer zu Friends, The Singing Killer, Chinatown Kid und The Imposter. Die Movie Information liefert Bewertes: Filmbilder, das Originalposter, den Covertext der DVD, Bio- und Filmographien zu David Chiang, Lin Cheng-Chi Wang Chung und Regisseur Pao Hsueh-Li.
Die DVD ist in Taiwan ab 18 Jahren freigegeben!

©Text: shaw scope    ©Bilder: Deltamac/Celestial

 

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