The new one-armed Swordsman

Orignaltitel: 新獨臂刀 (Xīn Dú Bì Dāo)           Deutscher Titel: Das Schwert des gelben Tigers
Herstellungsland/-jahr: Hongkong 1971      Premiere: 07.02.1971
Darsteller: David Chiang, Ti Lung, Li Ching, Ku Feng, Chen Sing, Wong Chung, Lau Gong
Crew: Ni Kuang (Drehbuch), Tang Chia, Lau Kar-Leung (Action)
Regie:
Chang Cheh
Genre: Swordsplay
FSK/Altersempfehlung: ab 16 (DVD/BD: ungeprüft)

The new one-armed Swordsman ist filmhistorisch von besonderer Bedeutung, handelt es sich doch um den ersten Actionfilm aus Hongkong der in den westdeutschen Kinos lief – und das auch noch mit Erfolg. In den Jahren nach der Deutschlandpremiere, am 25. Januar 1973, sollte die damalige Bundesrepublik mit unzähligen ähnlichen Filmen förmlich überschwemmt werden, Das Schwert des gelben Tiges bei Fans zu einem wahren Kultfilm werden. Entstanden in der Blütezeit des Genres und auf dem Höhepunkt der Karriere des Erfolgstrios Chang Cheh, Ti Lung und David Chiang zählt der dritte Film in Chag Chehs Zyklus des einarmigen Schwertkämpfers noch heute für viele zu den besten Produktionen des Genres.

Der rechtschaffene Schwertkämpfer Lei Li (David Chiang) wird von dem skrupellosen Verbrecher Lung (Ku Feng) fälschlicherweise des Raubmords beschuldigt. Damit Lei seine Ehre wiederherstellen kann, lässt er sich auf ein Duell mit dem skrupellosen Lung ein, der Lei mit seinem dreiteiligen Stab besiegt und ihn zwing, sich als Zeichen seiner Niederlage den rechten Arm abzutrennen. Der verkrüppelte Lei zieht sich daraufhin aus der Welt der Kämpfer zurück und arbeitet fortan in einem Gasthaus. Dort lernt er die Schöne Bai Jiao (Li Ching) und den edlen Krieger Feng (Ti Lung) kennen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Lung endgültig das Handwerk zu legen. Als seine Freund in Gefahr geraten greift Lei erneut zum Schwert.

Chang Cheh ist zweifellos der richtige Mann für blutige Racheepen, so zählt The new one-armes Swordsman auch zu den besten Werken des vielbeschäftigten Regisseurs, das nur noch von dem genialen Vengeance übertroffen wird. Formal bewegt der Film sich auf einem ausgesprochen hohen Niveau. Ausladende Kamerafahrten, perfekt eingefangene Sets und nicht zuletzt die erstklassigen Kampfszenen des Choreographen-Duos Tang Chia und Lau Kar-Leung heben den Film von vielen anderen Werken der Shaw Brothers ab und machen ihn auch für Shaw-Neulinge sehenswert.
Gerade die Kampfszenen zählen mitunter zum Besten, was das Studio zu bieten hat. Abwechslungsreich, dynamaisch und überaus blutig wird ein wahres Ballett des Sterbens getanzt, das auch heute noch zu begeistern weiß. Tang und Lau beweisen einmal mehr, dass sie zu den besten ihres Fachs gehören und setzten Ti Lung und David Chiang gekonnt in Szene.
David Chiang gibt als einarmiger Schwertkämpfer aber auch außerhalb der Kampfszenen eine gute Figur ab. Die Figur des tragischen Helden, der durch widrige Umstände sein Schwert niederlegen muss, wird von dem jungen Schauspieler derart überzeugend dargestellt, dass selbst Wang Yu – der den einarmigen Helden in den beiden Vorgängerfilmen verkörperte – eher blass erscheint. Mit Ti Lung als edlen Helden wurde Chiang auch der passende Partner zu Seite gestellt und wie in vielen anderen gemeinsamen Filmen harmonieren sie auch in The new one-armed Swordsman perfekt miteinander. Ebenso Li Ching, die nicht nur optisch, sondern auch darstellerisch den Film bereichert und eine erstaunlich umfangreiche Rolle in der eingentlich von Männern dominierten Welt Chang Chehs einnimmt. Ku Feng ist die Idealbesetzung des grausamen, kühl kalkulierenden Verbrechers, der es geschickt versteht sein Gegenüber um den Finger zu wickeln.
Inhaltlich erzählt Chang Cheh seine Geschichte geradlinig und ohne unnötige Schnörkel, so entstehen kaum Längen und die Handlung kann sich flott entfalten. Für einen Actionfilm erstaunlich ist die Charakterisierung Lei Lis, der ausreichend viel Laufzeit geschenkt wird und ein differenziertes Bild des tragischen Helden zeichnet. Andere Charaktere sind allerdings ziemlich eindimensional und schablonenhaft geraten. Außerdem finden sich einige offensichtliche Parallelen zu den beiden Vorgängern, die wissenden Zuschauern auffallen dürften. Die erstklassige Inszenierung entschädigt aber für so manche Wiederholung.

The new one-armed Swordsman ist verdient einer der ganz großen Klassiker der Shaw Brothers und des Swordsplay-Films. Seien es die tollen Darsteller, die gekonnte Inszenierung oder die phantastischen Kampfszenen, die dieses blutige Märchen aus Fernost auch heute noch sehenswert machen. Chang Cheh beweist einmal mehr, welch ein begabter Regisseur er doch sein konnte.


Die Blu Ray:
TVP – The Vengeance Pack (Mediabook BD & DVD, Deutschland), ungeschnitten*
*Im Vergleich zur Celestial-Fassung wurde bei der TVP-Version eine kürzere Gewaltszene, die durch die celestial-typischen Framecuts entfernt wurde, wieder in den Film eingefügt.

Bild: Das Bild wird im Originalformat 2,35:1 (1080P/24, AVC) präsentiert und ist auf den ersten Blick schlicht atemberaubend: die Schärfe ist exzellent, die Farben optimal und auch die Tiefenwirkung für einen mehr als 30-jährigen Film phänomenal. Vorallem in Panoramashots offenbart das Bild seine ganze Pracht, während es in Nachaufnahmen viele Details offenbart. Lediglich in dunklen Szenen gehen einige Details verloren. Außerdem neigt das Bild in einigen wenigen schnellen Schwenks, Zooms und Bewegungen zu kleineren Unschärfen. Trotzdem: niemals sah ein Film der Shaw Brothers besser aus. Bildtechnisch braucht sich das kleine Label auch vor den Großen nicht zu verstecken.

Ton:
Drei Tonspuren stehen zur Auswahl: Deutsch, Englisch und Mandarin, jeweils in Dolby Digital 2.0. Die, abgesehen von einem unnötigen und fehlerhaften Einleitungsmonolog, gelungene deutsche Originalsynchro aus den 1970ern klingt zwar ein wenig dumpf, ist jedoch immer klar verständlich. Rauschen ist minimal, grobe Tonfehler sind nicht vorhanden. Gleiches gilt für die englische Synchro, die wohl auch aus den 1970ern stammt. Die chinesische Fassung kling frischer, allerdings sind einige Geräusche, vor allem in den Kampfszenen leicht übersteuert. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Musikuntermalung der deutschen und englischen Fassung von der chinesischsprachigen Version unterscheidet, wobei die Musik der westlichen Sprachfassungen stimmiger ist.
Auf einigen Blu-Ray-Playern, bzw. bei bestimmten Audiokonfigurationen kann es zu Tonproblemen kommen!

Untertitel:Leider gibt es lediglich (optionale) englische Untertitel, die wohl auf der IVL-Übersetzung beruhen und die bekannten Eigenschaften aufweisen: verständliche Grammatik, wenige grammatikalische bzw. inhaltliche Fehler, jedoch auch Vereinfachungen und Auslassungen (z.B. von Namen). Das Fehlen deutscher Untertitel ist ziemlich ärgerlich.

Extras:
Neben den bemerkenswert häßlichen Menüs und gerade einmal 6 anwählbaren Kapiteln für den Hauptfilm, hat es erstaunlich umfangreiches Bonusmaterial auf die Disc geschafft, wobei die beiden Interviews mit den Hauptdarstellern am interessantesten ausfallen.
David Chiang (ca. 12 Minuten, windowboxed) beantwortet im ersten Interview zunächst
allgemeine Fragen zu seiner Karriere, ehe er am Ende noch einmal speziell u.a.
auf The new one-armed Swordsman eingeht. Hinter dem Interview mit Ti Lung (ca. 9 Minuten) verbirgt sich der schon von den MIB-DVDs bekannte Beitrag Elegant Trails, der, unterlegt mit vielen Filmszenen, einen groben Überblick über die Filmkarriere des Darstellers liefert. Erfreulicherweise wurden beide beiträge mit optionalen deutschen Untertiteln versehen.
Daneben gibt es noch den Originaltrailer aus Hongkong (mit festen chinesischen und englischen Untertiteln), den neuen Trailer von IVL (mit optionalen deutschen Untertiteln), den alten deutschen Kinotrailer, eine umfangreiche Bildergalerie mit Werbematerial, die mit einem selbstgebastelten Hörspiel zum Film unterlegt wurde, sowie den deutschen VHS-Vorspann.
Weiterhin sind noch drei Trailer zu weiteren Shaw Brothers Veröffentlichungen von TVP über einen gesonderten Punkt im Hauptmenü anwählbar (Mandarin mit optionalen deutschen Untertiteln).
Mit Ausnahme der Bildergalerie liegt sämtliches Bonusmaterial in SD-Qualität vor.
Das Mediabook ist hübsch gestaltet und beinhaltet außerdem ein nettes Booklet mit dem original deutschen Werbetext, vielen Photos und einigen, spärlichen Informationen zu Chang Cheh, David Chiang und Ti Lung.
Das schicke, auf 2000 Stück limitierte Mediabook ist allerdings mit 30 bis 35 Euro ziemlich teuer. Eine günstigere, reguläre Einzel-Blu Ray (mit oder ohne Schuber) wurde bereits angekündigt.

TVP hat mit seiner ersten Blu Ray einem großartigen Klassiker neuen Glanz verliehen und ein wirklich liebevolles Blu Ray-Set veröffentlicht, das neben einem sehr guten Bild auch einiges an Bonusmaterial zu bieten hat. Bei einer derart teuren Veröffentlichung ist das Fehlen deutscher Untertitel zum Hauptfilm allerdings auch ein wenig enttäuschend, ebenso wie die Tatsache, dass der Film nicht der FSK vorgelegt wurde und das Set nur auf Börsen und im einschlägigen Versandhandel erhältlich ist. Trotzdem die bislang beste Version dieses Klassikers.
PDVD_086

DVD: TVP – The Vengeance Pack (Mediabook BD & DVD (identisch mit der Einzel-DVD in der Buchbox), Deutschland), ungeschnitten*
*Im Vergleich zur Celestial-Fassung wurde bei der TVP-Version eine kürzere Gewaltszene, die durch die celestial-typischen Framecuts entfernt wurde, wieder in den Film eingefügt.

Bild:
Das Bild wird im anamorphen Originalformat 2,35:1 präsentiert und bietet eine gute Schärfe. Nahaufnahmen
zeigen zudem erfreulich viele Details. Die Farben sind kräftig. Die Kompression arbeitet unauffällig und hinterlässt keine offensichtlichen Spuren. Lediglich bei schnellen Zooms und Kamerafahrten bricht die Schärfe ein. Dennoch eine hochwertige Präsentation, die selbst die gute HK-DVD in vielerlei Hinsicht übertrifft.

Ton:
Hier gilt das Gleiche wie bei der Blu Ray: drei Tonspuren stehen zur Auswahl: Deutsch, Englisch und Mandarin, jeweils in Dolby Digital 2.0. Die, abgesehen von einem unnötigen und fehlerhaften Einleitungsmonolog, gelungene deutsche Originalsynchro aus den 1970ern klingt zwar ein wenig dumpf, ist jedoch immer klar verständlich. Rauschen ist minimal, grobe Tonfehler sind nicht vorhanden. Gleiches gilt für die englische Synchro, die wohl auch aus den 1970ern stammt. Die chinesische Fassung kling frischer, allerdings sind einige Geräusche, vor allem in den Kampfszenen leicht übersteuert. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Musikuntermalung der deutschen und englischen Fassung von der chinesischsprachigen Version unterscheidet, wobei die Musik der westlichen Sprachfassungen stimmiger ist.

Untertitel: Leider gibt es lediglich (optionale) englische Untertitel, die wohl auf der IVL-Übersetzung beruhen und die bekannten Eigenschaften aufweisen: verständliche Grammatik, wenige grammatikalische bzw. inhaltliche Fehler, jedoch auch Vereinfachungen und Auslassungen (z.B. von Namen). Das Fehlen deutscher Untertitel ist ziemlich ärgerlich.

Extras:
Das Menüs sind schlicht, das Haupt- und Kapitelmenü mit passender Musik untermalt.
Leider sind gerade einmal 6 Kapitel für den Hauptfilm anwählbar.
Das Bonusmaterial der DVD ist im Vergleich zur Blu Ray etwas spärlicher ausgefallen. Die beiden Interviews werden glücklicherweise auch dem DVD-Seher nicht vorenthalten. Im ersten Interview (ca. 12 Minuten, windowboxed) beantwortet David Chiang zunächst allgemeine Fragen zu seiner Karriere, ehe er am Ende noch einmal speziell u.a. auf The new one-armed Swordsman eingeht. Hinter dem Interview mit Ti Lung (ca. 9 Minuten, anamorph) verbirgt sich der schon von den MIB-DVDs bekannte Beitrag Elegant Trails, der, unterlegt mit vielen Filmszenen, einen groben Überblick über die Filmkarriere des Darstellers liefert. Erfreulicherweise wurden beide beiträge mit optionalen deutschen Untertiteln versehen. Daneben gibt es noch den Originaltrailer aus Hongkong (anamorph, mit festen chinesischen und englischen Untertiteln) und den neuen Trailer von IVL (anamorph, mit optionalen deutschen Untertiteln). Unter dem Menüpunkt Demnächst verbirgt sich ein selbt gemachter Trailer zu
Die gnadenlosen 5.
Die DVD kann entweder in einer großen, auf 150 Stück limitierten Buchbox im Stil der alten Videokassette oder in einer kleinen, auf 500 Stück limitierten Buchbox erworben werden. Außerdem befindet sie sich zusammen mit der Blu Ray im auf 2000 Stück limitierten Mediabook.

Die DVD von TVP stellt die weltweit beste DVD-Veröffentlichung des Films dar. Neben einer sehr guten Bildqualität bietet sie auch interessantes Bonusmaterial. Lediglich das Fehlen deutscher Untertitel zum Hauptfilm und die Tatsache, dass der Film nicht der FSK vorgelegt wurde und nur auf Börsen und im einschlägigen Versandhandel erhältlich ist, sind ein wenig ärgerlich.

Der Film ist in vielen Versionen auf DVD und BD bei Amazon erhältlich:
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©Text: shaw scope    ©Bilder: TVP/Celestial