Bells of Death

Orignaltitel: 奪魂鈴 (Duo hun ling)                                 Deutscher Titel: –poster
 Herstellungsland/-jahr: Hongkong 1968                Premiere: 30.06.1968
Darsteller: Chang Yi, Chiu Sam-yin, Chin Ping, Ku Feng, Wu Ma, Lam Kau, Tin Sam
Crew:  Yau-daai On-ping (Drehbuch),  Ming Ta-chun (Assistant-Director), Pao Hsueh-li (Kamera)
Regie:
Griffin Yueh Feng
Genre: 
Swordsplay
FSK/Altersempfehlung: ab 16

Im Hongkong der 1960er Jahre befand sich die Welle klassischer, vom japanischen Samuraifilm beeinflusster Schwertkampffilme auf ihrem Höhepunkt – auch bei den Shaw Brothers: King Hu drehte das legendäre Schwertkampfepos Come drink with me, Chang Chehs One-Armed Swordsman wurde ein Hit, Wang Yu ein Superstar und Chang Yi einer der populärsten Genredarsteller. Auch Griffin Yueh Feng, der sich vor allem durch die Inszenierung farbenprächtiger Huangmeixi-Opern bei den Shaw Brothers einen Namen gemacht hatte, bedient sich für seinen Schwertkampffilm Bells of Death bei den asiatischen Nachbarn und kann mit Chang Yi auf einen puplikumswirksamen Hauptdarsteller setzen.

Eine Räuberbande fällt über das Anwesen des Bauernsohnes Chang Wei-fu (Chang Yi) her, töten seine Eltern und seinen jüngeren Bruder und entführen seine Schwester (Chiu Sam-yin). Wei-fu selbst ist bei dem Überfall nicht anwesend, bekommt jedoch Hinweise auf die Anführer der Bande, die allesamt sehr markante Waffen führen: eine gigantische Axt, ein mächtiges Schwert und einen mannshohen Bogen. Auf Rache sinnend lässt Wei-fu sich von einem alten Meister im Schwertkampf ausbilden, nur darauf erpicht seine Schwester aus den Klauen ihrer Peiniger zu befreien und die Morde an seinen Angehörigen zu rächen.

Das Rachethema der Geschichte war bereits Ende der 1960er alles andere als neu, doch Regisseur Griffin Yueh Feng verpackt es mehr als ansprechend – inhaltlich wie optisch. Die schönen Breitwandbilder Pao Hsueh-lis, Meister des Kostümfilms der Shaw Brothers, fangen die schönen Landschaften und abwechslungsreichen Sets gekonnt ein, liefern für die unterschiedlichen Duelle immer eine ganz andere Stimmung. Geht das erste Duell im Bambuswald noch leicht von der Hand, schnell und unkompliziert, wird das folgende Duell in einem Tempel schon schwieriger, gilt es doch eine Kerze, die der Gegner auf seiner Schwertspitze trägt zum Erlischen zu bringen. Am Ende muss sich Schwertkämpfer Wei-fu dann mit dem Bogenschützen Zuo messen, ein spannendes, dramatisches Duell. Daneben gibt es selbstredend noch weitere Actionszenen, die für die damalige Zeit einen enormen Härtegrad aufweisen: Köpfe rollen, Gliedmaßen werden abgetrennt und das Blut fließt in Strömen. Wie auch die Kulissen wirkt auch das Blut natürlicher und weniger künstlich als in späteren Werken der Shaw Brothers.
Die Choreographie der Kämpfe ist noch sehr stark vom japanischen Samuraifilm beeinflusst, schnell und präzise wird getötet, gerne auch mehrere Gegner mit einem einzigen Streich, längeres Klingekreuzen bleibt meist außen vor. Auch Wei-fus Waffe, ein dünnes, gerades Schwert mit einfachem Griff erinnert eher an ein japnisches Shikomizue als an ein klassisches chinesisches Schwert. Griffin Yueh Feng leitet seine Schauspieler souverän, findet die richtige Balance zwischen den Actionszenen und hält die Laufzeit angehnehm kurz. So komnmt es kaum zu Längen.
Chang Yi spielt gewohnt solide, vielleicht etwas stoisch, aber charismatisch. Lam Kau, Tin San und Ku Feng haben als sinistres Duo zwar nicht allzu viele Auftritte, geben ihren Figuren jedoch zusätzlich zu Make Up, Kostüm und Waffe einen individuellen Anstrich.

Bells of Death ist ein solider Schwertkampfstreifen, der sich durch interessante Einfälle und Griffin Yueh Fengs gekonnter Regie deutlich von anderen Genrevertretern Unterscheidet. Auch die recht harten Actionszenen tragen zum Unterhaltungswert dieses kleinen, feinen Filmes bei.

Spezielles:
– Die drei Oberschurken tragen allesamt besondere Waffen und kleiden sich mit einer gewissen Exzentrik
– Wei-fu trägt eine Armkette um den Hals, deren Glöckchen er immer schellt bevor er seine Gegner meuchelt

Brutales:
– Zuo (Lam Kau) schießt Wei-fus Mutter einen Pfeil quer durch den Kopf
– Wei-fu enthauptet auch schon mal einen Gegner
– Wei-fu missbraucht einen von Zuos Pfeilen

Die DVD: (Deltamac/Celestial (TW))
Celestial hat das Master wunderbar restauriert, von Schmutz und Defekten befreit. Die meiste Zeit über beeindruckt die sehr gute Schärfe des Transfers, der selbst in dunklen Szenen noch ausreichend Details zu bieten hat. Nachzieheffekte oder Kompressionsartefakte gibt es nicht.
Der Ton liegt in Mandarin und in Dolby Digital 5.1 vor. Der neue Mix klingt weitaus weniger schlimm, als man es erwarten würde: neue Effekte halten sich in Grenzen, die Dialoge sind gut verständlich. Der neue 5.1 ist in diesem Fall recht passend.
Die englischen Untertitel bieten die gewohnte Qualität, huschen aber manchmal ein wenig zu schnell durchs Bild.
An Extras wird ebenfalls das übliche Material geboten: Trailer, Bildergalerien (auch hinter den Kulissen) und Textinfos. Nicht sonderlich gehaltvoll aber passabel unterhaltsam.

bells1 bells2 bells3 bells4 bells5 bells6 bells7 ©Text: shaw scope    ©Bilder: Deltamac/Celestial

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