The Shaolin Avengers

Orignaltitel: 方世玉與胡惠乾 (Fang Shiyü yü Huhuigan)    Deutscher Titel: Shaolin – die Rache mit der Todeshand
Poster Herstellungsland/-jahr: Hongkong 1976                             Premiere: 18.06.1976
Darsteller: Alexander Fu Sheng, Chi Kuan-Chun, Bruce Tong Yim-Chaan, Lung Fei, Johnny Wang Lung-Wei, Leung Kar-Yan, Chan Wai-Lau
Crew: 
Ni Kuang, Chang Cheh (Drehbuch),  Hsieh Hsing, Chan San-Yat (Action)
Regie:
Chang Cheh, Wu Ma
Genre:
Kung Fu
FSK/Altersempfehlung: ab 18

Mitte der 1970er Jahre gründete Chang Cheh seine eigene Produktionsfirma Chang’s Film Co. Ltd. um so unabhängiger von den Shaw Brothers und auch kostengünstiger auf Taiwan produzieren zu können. Seine Stars nahm er gleich mit, die Crew auch. Wie zuvor schon Seven Men Army inszenierte er Shaolin Avengers mit Co-Regisseur Wu Ma, der Chang auch in seinen folgenden Shaolin-Filmen als Regiepartner zur Seite stand.

Die Shaolin-Kämpfer Fang Shiyü (Alexander Fu Sheng) und Hu Huigan (Chi Kuan-Chun) schließen sich zusammen um Rache am Wu Dang Klan zu üben. Dieser finstere Bund koaliert nicht nur mit den verhassten Mandschu, sondern hat auch noch den ein oder anderen Angehörigen der beiden Helden auf dem Gewissen. Nebenbei soll der Klan auch noch die letzten Shaolin ausrotten, da der Kaiserhof in ihnen eine ernsthafte Gefahr sieht. Auf einer einsamen Landstraße gelingt es Fang und Hu den Anführer der Wu Dang (Chan Wai-Lau) zu stellen.

Eine einzige große Kampfszene bildet den Rahmen für die Handlung von Shaolin Avengers, um sie herum haben die Drehbuchautoren Ni Kuang und Chang Cheh mal mehr, mal weniger geschickt, die Geschichte ihrer beiden Portagonisten aufgebaut. Immer wieder werden diese, nicht minder actionreichen Rückblenden, von dem Kampfgeschehen der filmischen Gegenwart unterbrochen, wodurch der Film an sich eine wenig strigente, fast fragmentartige Handlung aufweist. Was bei einem inhaltlich anspruchsvollen Film schnell für Verwirrung sorgen könnte, fällt bei Changs Film kaum ins Gewicht, geht es hier doch in erster Linie um die Action. Die Story dient lediglich dazu diese zu legitimieren und unseren Helden ein wenig Hintergrung zu geben. Dem entsprechend ist die Handlung wenig überraschend, die Figuren eindimensional. Von Anfang an ist klar, wie der Kampf ausgehen wird, wer am Ende tot in seinem Blut liegt. Doch gelingt es Chang hier besser als in seinen Epen den Film kurzweiling und unterhaltsam zu gestalten. Er verzettelt sich nicht in unnötigen Nebenhandlungen und bietet fast ununterbrochen ansprechende und abwechslungsreiche Actionszenen.

In diesen Actionszenen zeigen beide Regisseure dann auch ihre Meisterschaft: anspruchsvolle Choreographien, interessante Locations und reichlich Brutalitäten. Irgendwann stellt sich zwar die Frage warum Fang und Hu nicht einfach eines der Schwerter aufheben und ihre Gegner zerhacken, aber Logik war ja noch nie Stärke des Kampfkunst-Kinos. So ist der Film zwar nicht gerade intellektuelle Unterhaltung, bietet jedoch das, wonach es Fans des Regisseurs dürstet. Alexander Fu Sheng und Chi Kuan-Chun sind dann auch das richtige Personal. Beide strahlen erstaunlich viel Charisma aus und können selbstredend auch in den Kampfszenen überzeugen. Auf Seiten der Wu Dang dürfen Leung Kar-Yan und Johnny Wang Lung-Wei so richtig fieß sein und auch mal Gedärme aus einem ihrer Gegner herausreißen. Chan Wai-Lau als ihr ergrauter Anführer umgibt eine düstere, märchenhafte Aura. Klar, dass die Damen nur wenig in einem derartigen Film zu sagen haben.

Optisch unterscheindet der Film sich ein wenig vom sonst üblichen Kulisseneinerlei der Shaw Brothers: die saftigen Landschaften Taiwans bieten eine willkommene Abwechslung zur rotbraunen Sandgrubenödnis des hongkonger Studios, die Gebäude und Studiosets wirken weniger künstlich. Das gibt dem Film dann auch einen wesentlich lebendigeren, natürlicheren Look.

Shaolin Avengers ist ein atemloser Actionfilm, der, trotz der Fülle seiner Actionszenen und dem fast vollständigen Fehlen einer spannenden Geschichte, zu unterhalten weiß. Das liegt hauptsächlich an den exzellenten Actionszenen, sowie den charismatischen Darstellern. Zwar kein absoluter Klassiker, aber einer der guten Einträge in Changs Filmographie.

Spezielles:
– Dank hartem Training ist Fang Shiyü fast unverwundbar
– Die Wu Dang haben einen Kapfplatz auf Stelzen – wer abstürzt wird aufgespießt
– Eine Färberei bietet unzählige Kampfmöglichkeiten

Brutales:
– Lin Yinbu (Johnny Wang Lung-Wei) reißt Fang Shiyüs Vater die Gedärme aus
– Einem Kämpfer wird im wahrsten Sinne des Wortes der Hintern aufgerissen

Die Blu Ray (T.V.P.):
T.V.P. präsentiert den fast vierzig Jahre alten Film im Originalformat von 2,35:1 und in einer Auflösung von 1080P. Schärfe und Plastizität sind auf den ersten Blick sehr gut und brechen auch in dunklen Szenen nicht ein. Der Transfer zeigt viele Details, auch in Totalen. Die Farben sind kräftig, der Kontrast stimmt. Jedoch wurde das Bild offensichtlich mit einem digitalen Rauschfilter bearbeitet, der jegliche Form von Filmkorn eliminiert hat. Immerhin wurde dieses Werkzeug behutsam eingesetzt, so dass sich die negativen Aspekte dieser Bearbeitung in Grenzen halten. Insgesamt ist das Bild sehr hochwertig und stellt teilweise selbst größere Hollywood-Produktionen etablierter Studios in den Schatten.
Der Ton präsentiert sich dagegen weniger spektakulär, liegen die drei Tonspuren in Deutsch, Englisch und Mandarin jeweils nur in Dolby Digital 2.0 Mono vor, wodurch räumliche Effekte ausbleiben. Dafür wurden die Tonspuren aber auch nicht mit neuen Effekten und neuer Musik abgemischt, wodurch der Originalcharakter des Tons erhalten bleibt. Die deutsche Originalsynchro aus den 1970ern klingt gut verständlich, Musik, Stimmen und Effekte sind ordentlich abgemischt, gleiches gilt im weitesten Sinne auch für die anderen beiden Sprachfassungen. Da die alten deutschen Fassungen gekürzt wurden, liegen einige Szenen des Filmes auf der deutschen Tonspur in Mandarin mit deutschen Untertiteln vor.
Leider hat es T.V.P. einmal mehr versäumt deutsche Untertitel für den kompletten Film auf die Disk zu packen, so stehen Freunden der chinesischen Tonspur wieder einmal nur englische Untertitel zur Verfügung.
Als Entschädigung bietet die Blu Ray jedoch recht interessantes Bonusmaterial: eine Kurzdoku über Alexander Fu Sheng aus der Reihe Elegant Trails bietet einen netten Überblick über Leben und Karriere des Stars, mit deutschen Untertiteln. Ein kurzer Beitrag zum Tod des Stars ist sogar auf Deutsch, jedoch in schlechter Qualität, enthalten. Beide Features sind auch in der zweiten Shaw-Brothers-Box von Koch Media enthalten. Leider wurden die beiden englischen Beiträge zur Hung-Faust – einer davon sogar in HD – nicht deutsch untertitelt. Diese längeren Kampfsportdemonstrationen sind zwar eine nette Beigabe, jedoch auch ein wenig langatmig. Daneben gibt es noch ein alternatives Ende, verschiedene Trailer zum Film, eine kleine Trailershow, den Werberatschlag als BD-Rom und eine HD-Bildergalerie.
Verpackt wurde die Disk in einem ansprechend gestalteten Mediabook, das neben der bereits erhältlichen DVD auch ein nett aufgemachtes Booklet beinhaltet, das Bildmaterial und Informationen zu Cast und Crew und geschichtlichem Hintergrund bereit hält. Für Shaw-Brothers-Fans und historisch ein wenig Interessierte hält sich der Informationsgehalt allerdings in Grenzen. Das Mediabook ist auf 2000 Einheiten limitiert und nummeriert.
Die Mediabook-Version des Filmes ist für Sammler und Fans mehr oder weniger ein Muss, bietet sie den Film doch in der weltweit besten Qualität, über die fehlenden deutschen Untertitel kann man hinwegsehen, die größte Schwäche des Sets dürfte einmal mehr der relativ hohe Preis sein.

Die DVD (T.V.P.):
Das Bild anamorphe Bild im Originalformat von 2,35:1 bietet eine sehr gute Schärfe, knallige Farben und auch in Bewegungen ausreichend Details. Die Kompression arbeitet unauffällig. Nachzieheffekte oder Verschmutzungen sind nicht vorhanden, so dass die deutsche DVD auch ihrem Pendant aus Hongkong überlegen ist.
Der Ton liegt in allen drei Sprachfassungen (Deutsch, Englisch, Mandarin) in Dolby Digigtal 2.0 Mono vor, bietet in allen Sprachversionen eine gute Verständlichkeit, wenngleich auch keine räumliche Tiefe. Neue Effekte oder Musik wurden unter keine der Tonspuren gemischt.
Zum chinesischen Ton stehen leider nur englische Untertitel zur Wahl.
Das Bonusmaterial ist zwar interessant, aber auch recht überschaubar: die Elegant Trails über Alexander Fu Sheng bieten einen kurzen Überblick zum Leben und Werk des Darstellers, das alternative Ende ist nett, abgerundet werden die Extras von verschiedenen Trailern.
Die DVD ist in verschiedenen Hartbox-Varianten mit unterschielich hoher Limitierung (500/100) erschienen und liegt auch dem Mediabook bei.
Wieder einmal bietet T.V.P. Referenzqualität bei den Shaw Brothers. Ansprechende Bild- und Tonqualität, nette Extras und eine ordentliche Aufmachung machen die DVD zum Pflichtprogramm für alle, die nicht unbedingt zur BD greifen wollen oder können.

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Der Film ist in verschiedenen Versionen bei Amazon bestellbar:
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©Text: shaw scope    ©Bilder: T.V.P./Celestial

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