Shaw Brothers Collection 1 (Koch Media)

Zur Freude vieler Fans brachte das deutsche Independent-Label Koch Media am 2. September 2011sbbdie erste Shaw Brothers Collection auf den Markt. Jahre zuvor versuchte sich das eher auf’s untere Preissegment spezialisierte Label MIB mit dem Vertrieb der Shaw Brothers-Filme im deutschsprachigen Raum und lieferte dabei qualitativ höchst wechshalfte Ware – filmisch wie technisch – ab. Der kommerzielle Erfolg blieb dabei weitestgehend aus, hatte man sich doch durch das Nichtlizensieren der deutschen Kinosynchronisationen, bei zuvor in Deutschland veröffentlichten Filmen, viele potentielle Käufer vergrault. Freunde des Originaltons mussten auf teils schlecht getimte englische Untertitel zurückgreifen und hatten sich vor Veröffentlichung meist auch schon im Ausland eingedeckt.
Koch Media präsentiert die fünf Filme des Box-Sets aufwendig restauriert, die vier bereits in Deutschland veröffentlichten Filme in Original-Kinosynchronisation (ehemals geschnittene Szenen wurden neu synchronisiert), während Der Tempel des Roten Lotus eine Erstveröffentlichung ist und komplett neu synchronisiert wurde. Neben zahlreichen Interviews, Bildergalerien und Trailer bietet die auf 2000 Exemplare limitierte Box als besonderes Extra ein umfangreiches Booklet mit allen in Deutschland veröffentlichten Kinoplakaten der Shaw Brothers. Pünktlich zum Erscheinen der zweiten Box werfen wir nun gemeinsam nochmals einen Blick auf die Filme der ersten Collection:

Death Duel ****dd

Orignaltitel: 三少爺的劍 (San Shaoye de Jian)   Deutscher Titel: Das Todesduell der Tigerkralle
Herstellungsland/-jahr:
Hongkong 1977          Premiere: 07.07.1977
Darsteller:
Derek Yee Tung-Sing, Ling Yun, David Chiang, Chen Szu-Chia, Nancy Yen, Ti Lung, Yueh Hua, Lo Lieh, Candice Yu
Crew:
Chu Yuan (Drehbuch), Wong Pau-Gei, Tong Gai (Action)
Regie:
Chu Yuan
Genre:
Swordsplay
FSK/Altersempfehlung:
FSK ab 12

Der wandernde Schwertkämpfer Chi (Derek Yee) ist der ständigen Herausforderungen übderdrüssig und sehnt sich nach dem ruhigen Leben eines einfachen Mannes. Er täuscht seinen Tod vor und lässt sich nieder. Doch der verbissene Yen (Ling Yun) macht ihn ausfindig und zwingt ihn durch eine Intrige dazu, wieder sein Schwert zu ergreifen.

Chu Yuan wagte sich mit Death Duel wie so häufig an die Verfilmung eines beliebten Wuxia-Romans, diesmal aus der Feder Gu Longs, dessen epische Geschichten um Ehre, Heldenmut und Intrigen Chu beinahe 20 Mal als Vorlage dienten. Auch in Death Duel gibt es einen wilden Wulst an Figuren und Klans, doch Chu bekommt dieses Mal alles ein wenig besser in den Griff als sonst. Die Geschichte wirkt weniger Verworren, die Fronten sind klarer und die Intrigen weniger unmotiviert. Trotz der knappen Laufzeit von knapp 90 Minuten verkommt der Film nicht zu einem wirren Best Of der Vorlage, da Chu, der auch das Drehbuch verfasst hat, gekonnt den Plot entschlackt, sich nur auf die nötigsten Figuren konzentriert und weniger Wert auf ins Nichts laufende Nebenhandlungen legt. Auch die kurzweilige, wie immer sehr atmosphärische Inszenierung hebt den Film aus der Masse der Wuxia-Verfilmungen der Shaw Brothers heraus. Regisseur Chu ist ein versierter Regisseur, der es versteht seine Schauspieler zu führen und das Beste aus den glamourösen Studiosets herauszuholen. Die Kampfszenen sind ansprechend und teils auch etwas blutig geraten. Ein junger Derek Yee, nun eher hinter der Kamera zu finden, in der Rolle des einsamen Schwertkämpfers wirkt teilweise ein wenig bemüht kann aber durchaus Sympathien für sich gewinnen. Daneben glänzt ein verbissener Ling Yun und zahlreiche Stars der Shaw Brothers in Gastauftritten.Death Duel ist sicherlich eines der Highlights der Box: sorgfältig inszeniert, gut gespielt und kurzweilig, ist der Film eines der Musterbeispiele der Romanverfilmungen der Shaw Brothers und einer der besten Filme Chu Yuans.
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Die DVD bietet eine gute Bildqualität, die auch die DVD aus Hongkong in Sachen Schärfe und Detailzeichnung übertrifft. Schmutzpartikel sind in dem anamorphen Transfer (2,35:1) nicht auszumachen; die Farben sind kräftig und schmeicheln dem Look des Films.
Der Ton (DD2.0) kann ebenfalls überzeugen, wenngleich man ihm sein Alter ein wenig anhört. Während die deutsche Synchornisation relativ klar klingt, wirkt die chinesische Spur manchmal ein wenig übersteuert. Vormals geschnittene Szenen wurden mit anderen Sprechern neu synchronisiert. Deutsche Untertitel stehen optional zur Verfügung.
Die nichtanimierten Menüs sind allesamt nett gestaltet und mit Musik unterlegt.
Das Bonusmaterial ist sehr informativ und mit knapp 45 Minuten Laufzeit auch recht umfangreich: im Featurette Derek Yee – Acting before Directing (20 Minuten, 16:9, optional deutsche UT) spricht der Hauptdarsteller über seine Zeit bei den Shaw Brothers und wie er vom Darsteller zum Regisseur wurde, unterlegt mit Bildern verschiedener Filme ist das Feature sehr interessant und kurzweilig. Im ersten von zwei Interviews (12 Minuten, letterboxed, optionale deutsche UT) äußert sich Regisseur Chu Yuan über seine Karriere, das Genre und seine Darsteller, unterlegt wird das Feature mit Szenen aus Death Duel. Es stammt, wie auch das zweite Interview mit dem Schauspieler Simon Liu (10 Minuten, letterboxed, optionale deutsche UT), von der HK-DVD. Liu, der selbst nicht in Death Duel mitspielt, gibt eine Einführung in die Welt von Gu Long und die Shaw Brothers. Daneben gibt es noch den Original Kinotrailer (4 Minuten, letterboxed) und eine umfangreiche Bildergalerie mit Aushangfotos, dem deutschen Presseheft und Stills, unter die sich auch ein Motiv aus Shaolin Handlock gemischt hat.

The Master**1/2master

Orignaltitel: 背叛師門 (Beipan Shi Men)              Deutscher Titel: Der Shaolin-Gigant
Herstellungsland/-jahr:
Hongkong 1980           Premiere: 23.05.1980
Darsteller:
Chen Kuan-Tai, Yuen Tak, Johnny Wang Lung-Wei, Candy Wen Xue-Er
Crew:
Ni Kuang (Drehbuch), Hsu Hsia (Action)
Regie:
Tony Liu Jun-Guk
Genre:
Kung-Fu, Komödie
FSK/Altersempfehlung:
FSK ab 16

Kung-Fu-Schüler Kao Chien (Yuen Tak) gabelt eines Tages den schwer verletzten Chin Tien-Yun (Chen Kuan-Tai) auf und pflegt ihn aus Gutmütigkeit gesund. Der genesene Chin entpuppt sich als Meister der Kampfkunst und nimmt den eher schwächlichen Kao unter seine Fittiche. Der kann seine neu erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen, als rivalisierende Meister seine Schule bedrohen.

The Master ist einer der ersten Versuche der Shaw Brothers auf der Welle der von Jackie Chan etablierten Kung-Fu-Komödien zu reiten; und dieser Versuch ging zumindest inhaltlich gewaltig daneben. Tony Liu, der später einige solide Spätwerke der Shaws insznierte, gelingt es nicht eine homogene Mischung aus Action, Story und Humor zu schaffen und landet vor allem bei den ziemlich peinlichen Humoreinlagen häufig auf der Nase. Mit doofen Gags und einem hohen Fremdschämfaktor verspielt er viel Potential, denn trotz der konventionellen Story hätte The Master ein ganz großer Wurf werden können. Mit Yuen Tak und Chen Kuan-Tai kann Liu sich nämlich auf zwei, abseits der dämlichen Witze, sympathische Hauptdarsteller, mit Johnny Wang auf einen Musterbösewicht, verlassen. Ebenso mangelt es dem Film nicht an vorzüglichen Action- und Trainingssequenzen, die es umso schmerzlicher machen zu sehen, wie ein potentiell guter Film verhunzt werden kann.

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Das Bild entspricht in etwa dem der anderen DVDs und bietet ein scharfes, detailreiches Bild im Originalformat (2,35:1, anamorph).
Der deutsche Ton in DD 2.0 ist klar und gut verständlich, ehemals geschnittene Szenen wurden neu synchronisiert, zum chinesischen Ton stehen zudem optionale deutsche Untertitel zur Verfügung.
Mit Musik unterlegte, nett gestaltete Menüs bietet auch diese DVD.
Das mit Shaw Brothers Party titulierte Hauptfeature (20 Minuten, 16:9, optionale deutsche UT) bietet neben einigen unkommentierten Impressionen des ersten Fantreffens und musikalischen Darbietungen auch ein interessantes Doppelinterview mit Ku Feng und Chen Kuan-Tai. Der deutsche Kinotrailer (16:9) bietet Nostalgiefeeling, der neu geschnittene und mit wilder Musik unterlegte chinesischsprachige Trailer (letterboxed) weniger, die Bildergalerie die bekannte Mischung aus Aushangfotos und Stills.

Shaolin Hand Lock**shl

Orignaltitel: 十字鎖喉手 (Shizi Suo Hou Shou)   Deutscher Titel: Der Todesgriff des Shaolin
Herstellungsland/-jahr:
Hongkong 1978         Premiere: 10.06.1978
Darsteller:
David Chiang, Dick Wei, Michal Chan Wai-Man, Lo Lieh, Chen Ping
Crew:
Ni Kuang (Drehbuch), Tong Gai (Action)
Regie:
Ho Meng-Hua
Genre:
Kung-Fu, Drama
FSK/Altersempfehlung:
FSK ab 16

Li Cheng-Ying (David Chiang) wurde von seinem Vater (Dick Wei) in einer geheimen Kampftechnik trainiert, die ihn beinahe unbesiegbar macht. Auch Lin Hao (Lo Lieh), ein Freund der Familie, beherrscht diese Technik. Hinterhältig lässt er Cheng-Yings Vater ermorden und flieht nach Thailand. Cheng Ying schwört Rache und schleicht sich in den Haushalt Lins ein, doch Lins Sohn (Michael Chan) schöpft verdacht.

Shaolin Handlock ist ein eher halbgarer vertreter seiner Zunft, der durch das exotische Setting Thailand und ausgedehnte Sight-Seeing-Touren versucht über das Nichts einer Story und die unmotivierten Kampfszenen hinwegzuteuschen. Das gelingt nur bedingt. Bieten die ersten Auseinandersetzungen noch einige nette Choreographien, werden die Kämpfe immer abwechslungsärmer und erst das Finale bietet dann auch wieder einige Härten. Darstellerisch wird auch nicht mehr als Durchschnittsware geliefert: David Chiang war wohl eher an den Sehenswürdigkeiten Thailands als an seiner Rolle interessiert, immerhin behält er sich ein gewisses Charisma. Lo Lieh war als Schurke schon besser, Michael Chan genauso. Die Studiosets, allen voran das Herrenhaus der Familie Lin, wirken wie Fremdkörper in den ansonsten nett anzuschauenden Landschafts- und Stadtaufnahmen, die teils sehr traditionellen Kostüme wollen nicht so recht in das moderne Setting passen. Die simple und wenig spannende Geschichte strotzt nur so vor Logiklöchern und veranlasst besonders ihren Hauptdarsteller zu so manch dämlicher Aktion. Insgesamt unterer Durchschnitt und mit Shaolin hat das Ganze auch nur wenig zu tun.
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Die DVD hingegen glänzt mit einem sauberen, scharfen und detaillierten Bild (2,35:1, anamorph), lediglich Archivaufnahmen von Städten und Landschaften sind ein wenig unscharf und weisen auch einige Verschmutzungen auf.
Der Ton ist gut verständlich und liegt erfreulicherweise wieder einmal nicht in einem schlechten Upmix, sondern im altersgerechten DD2.0 vor. Ehemals geschnittene Szenen wurden neu synchronisiert. Zum chinesischen Ton gibt es auch wieder optionale deutsche Untertitel.
Wie gewohnt bietet auch die dritte DVD nicht animierte, jedoch mit Musik unterlegte und nett gestaltete Menüs.
Das Bonusmaterial ist leider etwas spärlicher ausgefallen als bei den anderen DVDs, bietet es als Feature nur ein knapp 8minütiges Interview mit David Chiang (16:9, optional deutsche UT) aus der von Celestial produzierten Serie Elegant Trails, das jedoch einen guten Überblick über die Karriere des Darstellers liefert. Abgerundet wird das Paket vom chinesischen Originaltrailer (16:9, feste UT in Englisch und Chinesisch) und der obligatorischen Bildergalerie.

Two Champions of Shaolin***1/2tc

Orignaltitel: 少林與武當 (Shaolin yu Wudang)   Deutscher Titel: Das Grabmal des Shaolin
Herstellungsland/-jahr:
Hongkong 1980         Premiere: 12.04.1980
Darsteller:
Lo Meng, Yu Tai-Ping, Chiang Sheng, Lu Feng, Chin Siu-Ho, Candy Wen Xue-Er
Crew:
Ni Kuang, Chang Cheh (Drehbuch), Chiang Sheng, Lu Feng, Phillip Kwok Chun-Fung (Action)
Regie: Chang Cheh
Genre:
Kung-Fu
FSK/Altersempfehlung:
FSK ab 16

Tung Chen-Chin (Lo Meng) verlässt den Tempel der Shaolin um die Mörder seiner Eltern zu suchen. Auf seiner Reise erlernt er eine neue Technik, mit der er den Messerwerfer Li Te-Tung (Yu Tai-Ping) besiegt. Als der Wudang-Klan davon erfährt, greifen sie unter diesem Vorwand – im Auftrag der regierenden Mandchu – den Tempel der Shaolin an.

Ende der 1970er hatte sich Chang Cheh fast komplett vom Schwertkampffilm und den dominierenden Darstellern des Genres – David Chiang und Ti Lung – verabschiedet und sich dem Kung-Fu-Film und dem von ihm eingeführten Darstellerensemble, den Venoms, zugewand. Dies resultierte in inhaltlich sehr konservativen, oft gar verworrenen Filmen, die sich jedoch durch kreativ choreographierte und meist ungeheuer brutale Kampfszenen auszeichneten. Ähnliches gilt für Two Champions of Shaolin, der sine sehr einfache Geschichte als Rahmen für teils spektakuläre Kampfszenen dient; blutiges und langwieriges Sterben inklusive. Lo Meng und seine Kollegen können natürlich darstellerisch keine Preise Gewinnen, wirken teilweise sogar ein wenig dösig, können in den anspruchsvollen Kämpfen glänzen. Technisch solide und – abgesehen von den gräßlichen Haarteilen – gut ausgestattet ist der Film einer der besten Venom-Produktionen.
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Das Bild der DVD bleibt im Einklang mit den übrigen Filmen und präsentiert sich scharf und sauber im anamorphen Shaw-Scope (2,35:1).
Der Ton ist klar und wieder im üblichen DD2.0 Format. Zwischen deutscher und chinesischer Spur gibt es nur weniger Unterschiede, wobei die deutsche Fassung einen Tick frischer klingt. Geschnittene Szenen der alten deutschen Fassungen wurden nachsynchronisier. Optional werden deutsche Untertitel angeboten.
Die Menüs sind hübsch und musikalisch unterlegt.
Auch ein schönes Paket an Extras wurde geschnürt: eine retrospektive Dokumentation über Chang Cheh (18 Minuten, letterboxed, optional deutsche UT) lässt auch zeitgenössische Filmemacher wie Tsui Hark und John Woo zu Wort kommen, das Interview mit Chin Siu-Ho (20 Minuten, 16:9, optional deutsche UT) lässt den Schauspieler über seine Karriere bei den Shaw Brothers berichten, abschließend kann man sich noch über den deutschen Kinotrailer (16:9) und  den neuen chinesischen Trailer (letterboxed), sowie eine Bildergalerie freuen.

Temple of the Red Lotus***1/2rl

Orignaltitel: 江湖奇俠 (Jianghu qi Xia)          Deutscher Titel: Der Tempel des roten Lotus
Herstellungsland/-jahr:
Hongkong 1965     Premiere: 01.10.1965
Darsteller:
Wang Yu, Ivy Ling Po, Chin Ping, Tien Feng, Lo Lieh
Crew:
San Kong (Drehbuch)
Regie: Hsu Tesng-Hung
Genre:
Swordsplay
FSK/Altersempfehlung:
FSK ab 16

Schwertkämpfer Wu (Jimmy Wang Yu) wird auf dem Weg zu seiner Herzensdame Lin Lianzhu (Chin Ping) von einer Räuberbande überfallen. Schwer verletzt kann er sich noch in die Residenz der Familie seiner Angebeten retten. Dort wird er in den Konflikt der Familie mit dem Klan des Roten Lotus hineingezogen und entdeckt ein Geheimnis, das seine eigene Familie mit den Lins auf tragische Weise zu verbinden scheint.

Temple of the Red Lotus ist ragt aus dem Kanon der Shaw Brothers heraus, handelt es sich doch um den ersten Schwertkampffilm der Shaw Brothers, der bewusst eine brutale, actionorientierte Handlung bietet. Demnach geht es auch relariv hart zur Sache: es gibt einige blutige Schnittwunden und auch die eine oder andere abgtrennte Hand. Sicherlich erreicht der Film niemals die Härte späterer Werke, vor allem die eines Chang Cheh, jedoch sind hier erste Tendenzen schon erkennbar. Die Choreographien orientieren sich noch stark an der chinesischen Oper, sind weniger körperbetont, weniger spektakulär, aber sehr ansehnlich, passt dieses übewrstilisierte Ballet des Todes doch ganz gut zur tragischen Geschichte. Die nimmt dann auch relativ viel Platz ein, wodurch der Film stellenweise etwas lang wirkt. Kultstar Wang Yu ist hier in seiner ersten großen Hauptrolle zu sehen und schlägt sich ganz gut und charismatisch. Die Grand Dame der Shaw Brothers Ivy Ling Po als Klanoberhaupt und ein junger Lo Lieh geben sich ebenfalls die Ehre. Es gibt einige schöne Naturaufnahmen und aufwendige Studiosets, deren gemalte Hintergründe jedoch ein wenig mehr detaillierter hätten ausfallen können. Dieser Klassiker erscheint als deutsche Erstveröffentlichung.
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Das Bild ist für einen mehr als 45 Jahre alten Hongkong-Film geradezu phantastisch. Die Schärfe erreicht sehr gute Werte, lediglich die Farben sind etwas blasser als bei den übrigen Filmen. Schmutzpartikel sind kaum ausmachbar.
Die neu erstellte Synchro bietet ein klares, ausgewogenes Klangbild. Die Sprecher sind ganz solide, könnten stimmlich allerdings ein wenig markanter sein. Der chinesische Ton ist ein wenig schlechter ausgefallen und weist ein typisches altersbedingtes Klangbild auf. Beide Spuren liegen in DD2.0 vor, optional gibt es auch hier deutsche Untertitel.
Die Menüs sind, wie gehabt, nicht animiert, jedoch mit Musik unterlegt.
Das Bonusmaterial wird von einem Interview mit Stuntman und Actionchoreograph Anthony Carpio (10 Minuten, letterboxed, optional deutsche UT) eröffnet, der zwar nicht bei dem Film mitgewirkt hat, sich jedoch von alten Kampfkunstfilmen inspiriert fühlt und einige interessante Aspekte des Filmemachens preis gibt. Das zweite Interview (14 Minuten, letterboxed, optionale UT) wird von Danny Lau bestritten, der zwar auch nicht bei dem vorliegenden Film mitgewirkt hat, jedoch ebenfalls interessante Anekdoten zu liefern weiß. Daneben gibt es noch den chinesischen Originaltrailer von 1965 (letterboxed, eingebrannte englische und chinesische UT) und eine Bildergalerie.

Fazit
Koch Media liefert mit der ersten Shaw Brothers Collection eine interessante Zusammenstellung älterer und neuerer Shaw-Klassiker. Leider haben es bis auf Death Duel nur ein richtiger Knüller in die Box geschafft, jedoch sind auch die anderen Filme, bis auf den vom individuellen Geschmack abhängigen Shaolin Hand-Lock, äußerst sehenswert. Besonders empfehlenswert ist das umfangreiche Bonusmaterial, das viele Hintergrundinfos über die Shaw Brothers liefert und sich auf mehr als 2 Stunden an Dokumentationen, Interviews und Trailer beläuft. Das zusätzliche Booklet liefert einen schönen Überblick über die in Deutschland erschienenen Kinofilme der Shaw Brothers, hätte allerdings ein wenig mehr Informationen vertragen. Immerhin hat es ein zeitgenössischer Artikel über Alexander Fu-Shengs tragischen Tod in das Buch geschafft. Leider ist es nur ein Softcover.
Der Schuber ist ansprechend gestaltet, das geprägte Shaw-Brothers-Logo für Fans die reinste Augenweide, und auch recht stabil geraten. Das gilt weniger für das Digipack, das aus sehr dünnem Karton gefertigt wurde. Das Artwork ist passend.
Für ein wenig mehr als 40 Euro bekommt der geneigte Fan ein ansprechendes Box-Set mit schönen Filmen, die Fans der Shaw Brothers viele Stunden Unterhaltung bietet. Wahre Freaks greifen so oder so zu, Neueinsteiger bietet die Box einen interessanten Querschnitt der Genres und einen passablen Einblick in die Welt des klassischen Hongkong-Kinos. Kaufempfehlung.

Die Box kann bequem bei Amazon bestellt werden:

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Vier Titel der Box sind in der Zwischenzeit auch im Amaray in identischer technischer Ausstattung erhältlich (Temple of the Red Lotus ist nur in der Box erhältlich). Auch diese DVDs sind über Amazon bestellbar:

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©Text: shaw scope    ©Bilder: Koch Media/Deltamac/Celestial

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